Hier werden wir uns die wichtigsten Grundsätze ansehen, die bei der Auswahl des Stoffes zu beachten sind.
Es gibt verschiedene Stoffgruppen. In diesem Artikel werden wir zwei große Stoffgruppen behandeln; anschließend muss jede Gruppe an das jeweilige Nähprojekt angepasst werden, doch zunächst einmal ist es wichtig, diese großen Stoffgruppen zu kennen.
Dieser Artikel soll einfach und für Nähanfänger verständlich sein, daher werden wir hier nicht ins Detail gehen 🙂
Stoffe aus Natur- oder Kunstfasern
Zu den bekanntesten zählen Baumwolle, Leinen, Seide, Bambus und Viskose (Holzzellulose).
Diese sogenannten „natürlichen“ Stoffe haben den Vorteil, dass sie Ihre Haut atmen lassen; sie sind sowohl im Sommer als auch im Winter angenehm zu tragen und eignen sich für empfindliche Haut.
Sie lassen sich beim Nähen oft leichter verarbeiten, da sich die Falten beim Bügeln gut fixieren lassen.
Sie sind sehr angenehm zu tragen und fühlen sich auf der Haut angenehm an.
Der Nachteil ist, dass diese Stoffe stärker knittern. Dabei ist zu beachten, dass die „Crêpe“-Webart diesen Effekt etwas abmildert.
Gut zu wissen: Diese Stoffe färben beim ersten Waschen ab und laufen je nach Materialzusammensetzung und Webart beim ersten Waschen um 2 bis 7 % ein.
Synthetische Stoffe
Die bekanntesten sind Polyester, Mikrofasern, Acrylfasern …
Es handelt sich dabei um Stoffe, die größtenteils aus Kohlenwasserstoffen, Stärke oder Erdöl hergestellt werden.
Sie sind vollständig synthetisch und vom Menschen hergestellt.
Der Nachteil ist, dass diese Art von Stoff die Haut nicht atmen lässt, bei empfindlicher Haut allergische Reaktionen auslösen kann und dazu neigt, das Schwitzen zu fördern.
Außerdem sind diese Stoffe nicht umweltfreundlich und setzen sowohl bei der Herstellung als auch bei jedem Waschgang Schadstoffpartikel frei – und gelangen sogar bei jedem Tragen eines Kleidungsstücks in Ihre Haut.
Aber es ist nicht alles schwarz, denn leider ist jede Produktion umweltschädlich!
Der größte Vorteil dieser Stoffe ist, dass sie überhaupt nicht knittern. Man muss sie nicht bügeln, und sie laufen beim Waschen auch nicht ein. Sie sind sehr langlebig (denn Kunststoff zersetzt sich im Gegensatz zu natürlichen Materialien nicht).
Ein weiterer Vorteil: Die Farben, die man auf diesen synthetischen Stoffen erzielen kann, sind leuchtender und verblassen nicht.
Aber welche Stoffgruppe ist dann die beste?
Diese Frage lässt sich unmöglich beantworten! Wie Sie sicher verstanden haben, gibt es den perfekten Stoff nicht – es ist alles eine Frage des Kompromisses.
Wenn es Ihnen wichtig ist, nicht bügeln zu müssen, und Sie oft unterwegs sind, dann ist ein knitterfreier Synthetikstoff eine gute Wahl.
Wenn Sie hingegen Ihrer Haut lieber etwas Luft gönnen möchten, empfindliche Haut haben oder Wert auf Tragekomfort und eine geringere Umweltbelastung legen, werden Ihnen Natur- oder Kunstfasern besser gefallen….
Und die Mischung?
Es gibt in der Tat Stoffe, bei denen Naturfasern und Kunstfasern gemischt sind. So lassen sich die Vorteile beider Kategorien nutzen 😉
Auf unserer Website gilt dies beispielsweise für unsere Gabardine-Stoffe, bei denen wir bewusst auf Mischfasern setzen: Naturfasern sorgen für Komfort und Hautverträglichkeit, während synthetische Fasern für weniger Knitteranfälligkeit und Strapazierfähigkeit sorgen.